Sonntag, 13. November 2011

Food-Basics: Insulin


Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.

Was macht Insulin?

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel in dem es Glucose in verschiedene Gewebe einschleust. Vor Allem geht es hier um Muskel- und Leberzellen in denen die Glucose entweder als Energie benutzt wird oder auf Vorrat in einer Art Langzeitform (Glykogen) gespeichert wird.

Außerdem hat Insulin grob gesagt noch weitere anabole, also aufbauende Wirkungen. So wirkt es z.B. auf den Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Warum ist ein hoher Insulinspiegel kontraproduktiv?

Der Insulinspiegel korrelliert sehr eng mit dem Blutzuckerspiegel. Schießt der Blutzucker etwa nach einer Tafelschokolade rapide in die Höhe, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit einem massiven Ausstoß von Insulin, mit dem Gedanken den immens hohen Zuckerspiegel möglichst schnell zu senken und die im Übermaß im Blut schwimmende Energie möglichst schnell an ihren Bestimmungsort, d.h. die Zellen, zu transportieren. So weit so gut, doch was ist hierran jetzt das Problem?

Blutzuckerspiegel und Hunger:
Auch wenn man das oft hört, hat Hunger nicht zwingend etwas mit der Füllung des Magens zu tun. Zwar hat man oft weniger Hunger, wenn man den Magen beim Essen bereits mit etwas Flüssigkeit "vorgefüllt hat" (das berühmte große Glas Wasser vor dem Essen), aber wenn wir immer Hunger hätten, wenn der Magen leer ist, wären wir alle paar Stunden (je nach Mahlzeit 1-2 bis 5-7 Stunden bei richtig fettigem Essen) mit Essen beschäftigt. Wodurch wird das Hungergefühl dann maßgeblich bestimmt?
Vom Blutzuckerspiegel.
Ist der Blutzuckerspiegel niedrig, ist das Gehirn darauf bedacht, diesen wieder ansteigen zu lassen um die eigene Versorgung mit Zucker sicher zu stellen. Es generiert Unruhe und den Drang nach etwas Essbarem zu suchen. Da der Körper jetzt möglichst schnell wieder einen höheren Blutzuckerspiegel anpeilt, verursacht er jetzt v.a. Lust auf sehr kohlenhydratreiche, d.h. zuckerhaltige Speisen.
Genau hier liegt das Problem des Insulins. Isst man besonders zuckerhaltig schießt der Blutspiegel in die Höhe, eine überproportionale Insulinmenge wird ausgestoßen um den Zucker möglichst schnell aus dem Blut in die Gewebe zu bringen. Hierbei schießt der Körper über das Ziel hinaus (der Anstieg war überdurchschnittlich hoch und kurzweilig) und die große Menge Insulin sorgt jetzt dafür, dass zu viel Zucker abtransportiert wird und demnach der Spiegel wieder unter den Ausgangswert sinkt. Hierdurch entsteht ein Teufelskreis aus Heißhungerattacken und Insulinausschüttung.
Hieraus folgt auch die Beobachtung, dass man oft wenige Zeit nach einer extrem zuckerhaltigen "Mahlzeit" (oder Snack) Heißhunger auf etwas ähnlich Zuckerhaltiges bekommt.


Sonstige Wirkungen:
Neben den Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat Insulin noch andere Wirkungen im Körper.
Es hemmt hier unter Anderem den Fettabbau.


Übergewicht und Inaktivität:
Kommen jetzt zur normalen Insulinwirkung noch Übergewicht und körperliche Inaktivität (sprich kein Sport), wird die Insulinwirkung an den Zellen herabgesetzt. D.h. um dem massiven Blutzuckerspiegel Herr zu werden wird noch mehr Insulin ausgeschüttet.
Wohin das führt, sollte nach den vorherigen Abschnitten klar sein:-).
Bei Diabetikern kommt es übrigens meist erst dazu, dass die Insulinwirkung herabgesetzt wird und ein Insulinüberschuss gebildet wird. Später ist die Bauchspeicheldrüse erschöpft und kann dann oft nicht mehr genug Insulin bilden.
Und wenn man jetzt mal alle Vorurteile hervorkramt, wäre es hier mal eine Überlegung zur Veranschaulichung wert, wie so der "typische Diabetiker" aussieht um zu verstehen, was ein Zuviel an Insulin macht;-).
 

Fazit:
Es gibt zwei der wichtigsten Punkte, warum ein hoher Insulinspiegel bei Diäten, aber auch in einer normalen Ernährung, eigentlich kontraproduktiv ist: es folgen Heißhungerattacken und der Fettabbau wird direkt an den Fettzellen gehemmt und damit ausgebremst. Genau aus diesen Gründen wird die Kohlenhydratzufuhr immer öfter zum Schwerpunktthema verschiedener Ernährungsformen wie etwa Glyx, Logi und Schlank-im-Schlaf.


Ich hoffe, dass das logisch und verständlich erklärt war:-). Über die einzelnen Methoden werde ich noch gesondert berichten. 
Über Feedback würde ich mich sehr freuen, da diese Art von Post ja noch sehr neu für mich ist:-)


Kommentare:

  1. Hi,

    finde die Beiträge bis jetzt recht informativ, bin aber ehrlich gesagt noch nicht so ganz durchgestiegen ;)

    unter der überschrift "Blutzuckerspiegel und Hunger" (2. absatz) sagst du doch dass ein NIEDRIGER Blutzuckerspiegel Lust auf zuckerhaltige Speisen verursacht, also siehst du das negativ oder?
    ich bin ein wenig verwirrt, da im letzten abschnitt bzw. fazit steht ein HOHER insulinspiegel sei kontraproduktiv.

    wobei mir aber gerade auffällt dass es sich da ja um 2 versch. wörter handelt. also ich habs jetzt so verstanden: hoher Blutzuckerspiegel --> hohe Insulinausschüttung um ihn zu senken, dh. wenn der Insulinspiegel hoch ist, wird der Blutzuckerspiegel niedriger und daher mein missverständnis!???

    ich hoffe das war verständlich ausgedrückt und es stört dich nicht, dass ich da so genau nachfrage, mcih interessiert das thema nur ehrlich gesagt sehr.
    Daher freut es mich total, dass du neben deinem anderen blog nun auch diesen eingerichtet hast.
    Liebe Grüße :)

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  2. Hi Gelini,
    es stört mich überhaupt nicht. Im Gegenteil! Ich freue mich richtig über deinen Kommentar.

    Ja es ist genau so wie du es beschrieben hast. Blutzuckerspiegel und Insulinspiegel verhalten sich praktisch entgegengesetzt. Ist der Insulinspiegel hoch (weil der Bz hoch war) wird der Blutzucker davon gesenkt.

    Mal als kleine Metapher: Wenn man einen großen Steinberg (=Blutzuckerspiegel) hat und die Steine schnell haben möchte um z.B. Häuser daraus zu bauen (Energie für Muskelarbeit), braucht man viele Steinmetzte (=Insulin), die schnell ans Werk gehen. Wenn man jetzt aber viele Steinmetzte "engagiert" hat, ist der Steinberg doch ganz schön schnell weiter abgebaut als man vielleicht vorher wollte.

    Wie jetzt ein zu niedriger Steinberg aber zu Komplikationen wie Heißhunger führt, krieg ich leider nicht versinnbildlicht:-D.

    LG und vielen Dank für den Kommentar und die Nachfrage:-)

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  3. Hi Lewelya,
    ich mag ja schon Deinen anderen Blog, aber den finde ich mal richtig gut. Bin selbst grad dabei wieder mehr aufs Gewicht und somit die Ernährung zu achten. Außerdem habe ich, bedingt durch viele andere Hormongeschichten und -störungen, eine Insulinresistenz die ja auch schnell mal zu Diabetes führen kann. Da das bekanntlich nicht erstrebenswert ist, geh ich nun mal dagegen an.
    Ich danke Dir für Deine Mühe. Ich bleibe auf jeden Fall weiter hier am Ball.
    Viele Grüße, Claudia

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  4. hallo,
    ich finde deine Beiträge wirklich interessant.

    Ich fragae mich aber, woher Du die Infos nimmst? Ein Verweis auf die jeweilige Quelle würde mir sehr helfen.

    LG
    Ewelina

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  5. @Claudia: Vielen Dank für den netten Kommentar:-). Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Zielen und hoffe, dass du die Insulinresistenz damit gut in den Griff bekommst:-)

    @Ewelina: Es tut mir wirklich leid, ich kann dir leider keine Quelle nennen, da ich das Ganze aus meinem Gedächtnis geschrieben habe. Du kannst es aber z.B. ganz einfach bei Wikipedia nachlesen.

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